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Schafgarbe, ein "Allheilkraut" kennenlernen

Schafgarbe – Achillea millefolium

 

„Heil aller Welt“ oder auch „Heil aller Schäden“ wird die Schafgarbe im Volkstum genannt und traditionell gehört dieses viel gelobte Kraut am 15. August in den Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt, in dem die besten und kräftigsten Heilpflanzen zu einem Strauß gebunden wurden oder heute noch gebunden werden. 

Im zeitigen Frühjahr sind die jungen Blättchen der Schafgarbe eine der neun Kräuter der „Gründonnerstagssuppe“, die den Stoffwechsel nach den kalten Wintermonaten wieder in Schwung bringen soll, den Körper mit Vitalstoffen versorgen und kräftigen soll. 

Der Wortteil „Garbe“ leitet sich von dem altdeutschen „garwe“ ab und bedeutet „Gesundmacher“. 

 

Ob als Tee aus dem blühenden Kraut (Blätter und Blüte), als alkoholische Tinktur oder Frischpflanzenpresssaft wird die Schafgarbe traditionell eingesetzt zur Linderung vieler Verdauungsstörungen mit Magenbeschwerden, Blähungen oder Fettverdauungsproblemen, was ihr den Namen „Bauchwehkraut“ eingebracht hat. 

 

Eine Teekur mit Schafgarbe soll nicht nur eine positive Wirkung auf Magen und Darm haben, sondern auch auf die Venengesundheit, auf ein kräftiges Bindegewebe sowie auf diverse Frauenbeschwerden. Hier wird besonders die krampflösende, als auch ausgleichende Wirkung der Schafgarbe gelobt: so bringe sie sowohl eine zu lange und zu starke, aber auch eine zu geringe Blutung wieder ins rechte Maß, in ein harmonisches Gleichgewicht. „Schafgarbe im Leib, tut wohl jedem Weib“ lautet der überlieferte Spruch. 

 

Die Schafgarbe zählt aber nicht nur zu den von Alters her geschätzten Frauenkräutern.

Eher dem männlichen Aspekt zugeordnet wird ihre äußerliche Anwendung als blutstillendes, wundheilungsförderndes, entzündungshemmendes Kraut. Darauf beziehen sich ihre Bezeichnungen als „Soldatenkraut“ oder „Zimmermannskraut“. Beides Berufe, bei denen es häufiger um blutende Verletzungen ging:

So wurde die Schafgarbe als starker Teeaufguss oder der frische Pflanzensaft äußerlich bei Verletzungen, Schnittwunden, Schürfwunden, Nasenbluten, blutenden Hämorrhoiden etc. eingesetzt. Maurice Mességué nannte sie die „Jodtinktur der Wiesen & Felder“. 

 

In der Hildegard-Medizin gibt es die Empfehlung, äußerliche Verletzungen mit Schafgarbenumschlägen, innerliche Verletzungen mit pulverisierter, in warmem Wasser eingenommener Schafgarbe zu behandeln. 

 

Die Liste der lindernden und unterstützenden Eigenschaften der Schafgarbe ist damit nicht vollständig. Ob bei fieberhaften Infekten, Bluthochdruck, Rheuma und Gicht oder Leber-Gallebeschwerden etc., ihr begleitender Einsatz wird vielfältig gelobt.

 

 

Dies sind viele Gründe, beim nächsten Sommerspaziergang innezuhalten und dieses besondere Kraut, dieses „Allheilmittel“, besser kennenzulernen: 

Die besondere Blattform (tausendblättrig heißt das „millefolium“ im botanischen Namen der Schafgarbe) und die spezielle Textur von Blatt und Stängel der Pflanze erkunden, die Blüte genauer betrachten, ihren Duft wahrnehmen…. 

Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern und darf nicht mit anderen, weiß blühenden Doldenblütlern der Wiese verwechselt werden. 

 

Ob demnächst beim Zusammenstellen eines Kräuterbuschens oder einfach bei Spaziergängen durch die sommerliche Pflanzenpracht wünscht allen Lesern viel Leichtigkeit und Freude 

 

Kerstin Ginzel

Artemisia – Natur & Gesudheit

Spaichingen

 

 

 

Bitte beachten:

Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Alle Angaben ohne Gewähr.

Die Umsetzung von ev. Tipps und Anregungen erfolgt in Eigenverantwortung.

Auch traditionelle Heilkräuter haben Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, z.B. bei bestimmten Vorerkrankungen. Bitte holen sie weitere Informationen ein und besprechen sie Pflanzenanwendungen mit Ihrem Therapeuten. 

Die Verfasserin übernimmt keinerlei Haftung.