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Giersch erkennen - ein leckeres Wildgemüse

Wildkräuter-Gourmets schwärmen gerne vom Giersch (Aegopodium podagraria): er wächst und gedeiht über Monate, man findet ihn in rauen Mengen und zudem ist er eine unserer essbaren Wildpflanzen, die weder bitter noch sehr speziell schmeckt, sondern durch seinen milden Geschmack und seine vielseitige Verwendbarkeit in der Wildkräuterküche besticht. Giersch liefert viele wertvolle Inhaltsstoffe: er hat einen hohen Gehalt an Eiweiß, Vitamin C und A, außerdem liefert er Mineralien wie Kalium, Magnesium, Calcium und mehr.

 

Seine jungen, noch glänzenden Blätter kommen unzerkleinert in den Salat. Ein Wildkräuterpesto mit Giersch als Grundlage wird lecker mild. Seine älteren Blätter werden üppig als „Petersilienersatz“ verwendet. Sie können jedes Gemüse, Soßen, Aufläufe, Semmelknödel, Kartoffelgerichte, Brotaufstriche etc. und selbstverständlich Smoothies ergänzen.

 

Die Namen St. Gerhardskraut oder Zipperleinskraut weisen auf die traditionelle Anwendung des Giersch bei Gicht und Gelenkschmerzen hin. Der nierenanregende Giersch gilt auch als blutreinigend und entschlackend.

 

Der „Gärtnerschreck“ Giersch ist in manchen Gärten das Unkraut schlechthin und damit wohlbekannt; für andere eine spannende Pflanze, die es erst zu erkunden gilt.

Im Folgenden eine Beschreibung der Pflanze, die Nicht-Botaniker unterstützen soll, wenn es darum geht den Giersch kennenzulernen.

 

Giersch ist eine Pflanze, die in großen Kolonien auftritt. 

Ganz klar und übersichtlich aufgebaut sind seine Blätter: Ausgehend vom Blattstiel unterteilt sich das Blatt in drei Teile. Diese drei Blattteile sind wiederum maximal dreiteilig eingeschnitten. 

Der Blattrand ist gezähnt, die Blätter länglich geformt, am Ende spitz zulaufend.

 

Ebenfalls markant ist der Blattstängel des Giersch: Der Stängel ist recht lang und dreikantig, anders ausgedrückt „V“-förmig. Das heißt unterseits ist eine spitze Kante fühlbar, oberseits des Blattstängels eine „Rinne“ zu sehen. So spürt man bei jedem Blatt Giersch, das geerntet wird, die dreikantige Form des Stängels. Am Grund ist der Blattstängel hohl ausgebuchtet.

 

Frisch geerntet lohnt es sich an den Gierschstängeln zu riechen. Der Duft erinnert an Petersilie, Sellerie oder Möhren. Alles Vertreter derselben Pflanzenfamilie, der Doldenblütler. 

 

Der Giersch ist ein weiß blühender Doldenblütler. 

Auch Blüte und Samen sind essbar. 

Da es aber auch giftige Vertreter dieser Pflanzenfamilie gibt, gilt es bei der Ernte genau hinzuschauen und ihn sicher bestimmen zu lernen.

 

Eine köstliche Wildkräutersaison wünscht allen Lesern

 

Kerstin Ginzel

Kräuterwerkstatt Artemisia, Spaichingen

 

 

 

Bitte beachten: 

vor Ernte und v.a. Verwendung von Wildpflanzen fachkundigen Rat einholen, dass es zu keinen Verwechslungen kommt. 

Jeder handelt in eigener Verantwortung!