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Gesund durch den Winter mit der Engelwurz

 

Ein Engel in Pflanzengestalt?! Im botanischen Namen der echten Engelwurz, Angelica archangelica, sind der Engel und sogar der Erzengel vertreten. Der Legende nach, soll in Zeiten der Pest der Erzengel Raphael einem einsamen Waldbruder erschienen sein und auf die Heilkraft der Engelwurz-Wurzel hingewiesen haben.

Im Mittelalter galt die Angelika als Allheilmittel. Diese aromatische Bitterpflanze, die den Engel in ihrem Namen trägt, lindert und heilt, wie es die Volksheilkunde weiß, viele Beschwerden. 

Vor dem Essen eingenommen bringt sie die Magensäfte ins Fließen und sorgt für eine gesunde Verdauung. Besonders bei krampfartigen Magenbeschwerden sowie nervösen Verdauungsbeschwerden bringt sie Erleichterung. Eine kurmäßige Einnahme der Engelwurz wirkt sich auch positiv auf die Darmflora aus. 

Die Engelwurz wird auch „Brustwurz“ genannt und wird traditionell bei Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenerkrankungen eingesetzt. Innerlich als Tee und äußerlich für Inhalationen verwendet, hilft sie den zähen Schleim zu lösen. Die Bahnhof-Apotheke, Kempten bietet einen Engelwurzbalsam an, der auf die Nasenflügel eingerieben schon Babys ab 6 Monaten bei Schnupfennase hilft. 

In Grippezeiten wurde die Angelika gerne vorbeugend zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte eingesetzt. Dazu wurde sie in Form einer Kur über 3-6 Wochen regelmäßig eingenommen. Außerdem gilt die Engelwurz als bewährtes Stärkungsmittel physischer als auch psychischer Art: In der Rekonvaleszenz, bei Erschöpfung, Antriebsschwäche, leichten Depressionen und Nervosität verleiht Angelika neue Kraft, Mut und Lebensfreude. 

Die Wurzel der echten Angelica ist in Apotheken erhältlich: Für einen Engelwurztee 1 TL der Wurzel anmörsern, mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen, abgedeckt zum Sieden bringen und 2 Minuten ziehen lassen. Ihr Geschmack ist ungewohnt, vielleicht zunächst gewöhnungsbedürftig. Für mich gehört sie mit zu meinen Lieblingspflanzen in der kalten Jahreszeit. 

Unkomplizierter als die Teezubereitung ist die Einnahme eines alkoholischen Pflanzenauszuges, z.B. der Urtinktur Angelica archangelica von Ceres. 

Wichtig: Engelwurz nicht in der Schwangerschaft anwenden, eine kurmäßige Einnahme ist nur in der dunklen Jahreszeit empfehlenswert, während der Einnahme auf Sonnenbäder verzichten. Bei einer Selbstbehandlung stets auf individuelle Verträglichkeit achten und weitere Informationen einholen.

 

Ein Tipp aus der Kräuterwerkstatt Artemisia

Kerstin Ginzel

Spaichingen